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Neue Wege der Burnout-Prävention

Warum unser mentaler Raum über Gesundheit oder Erschöpfung entscheidet

Es ist 3:17 Uhr nachts. Thomas, 47 Jahre alt, Bereichsleiter eines mittelständischen Unternehmens, liegt wach im Bett. Zum dritten Mal in dieser Woche. Eigentlich ist er erschöpft. Sein Körper verlangt nach Schlaf. Doch sein Kopf arbeitet weiter. Vor seinem inneren Auge erscheinen die Gesichter seines Geschäftsführers, eines schwierigen Kunden und zweier Mitarbeiter, mit denen es zuletzt Konflikte gab. Er führt Gespräche, die nie stattgefunden haben. Denkt über Fehler nach, die vielleicht passieren könnten. Überlegt, wie er die nächsten Wochen schaffen soll.

Morgens steht er wie gerädert auf. Noch funktioniert er. Noch merkt im Unternehmen niemand etwas. Doch die ersten Warnsignale sind längst da: Schlafstörungen, Gereiztheit, innere Anspannung, Konzentrationsprobleme und das Gefühl, ständig unter Strom zu stehen. Thomas ist kein Einzelfall.

Aktuelle Erhebungen zeigen, dass psychische Belastungen und Burnout-Symptome in Deutschland weiter zunehmen. Nach aktuellen Befragungen berichtet nahezu jeder zweite Beschäftigte in Deutschland von regelmäßigen Burnout- oder Erschöpfungssymptomen. Gleichzeitig fühlen sich mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen zunehmend gestresst. (1)

Angaben der AOK von 2023 zufolge ist das burnout-bedingte Arbeitsunfähigkeits-Volumen im letzten Jahrzehnt um mehr als 70 Prozent gestiegen. Auch die Häufigkeit dieser Diagnosegruppe hat sich rapide erhöht: kam im Jahr 2005 noch im Schnitt ein Fall auf je 1.000 Mitglieder, registrierte die AOK 2023 im Schnitt 7,7 Fälle je 1.000 Mitglieder. Hochgerechnet auf 35 Millionen gesetzlich krankenversicherte Beschäftigte ergeben sich aus diesen Zahlen für 2023 rund 186.000 Burnout-Betroffene mit kulminierten 4,7 Millionen Krankheitstagen. (2)

Die Folgen sind enorm: steigende Fehlzeiten, sinkende Motivation, höhere Fluktuation und erhebliche gesundheitliche Risiken. Die WHO beschreibt Burnout als ein Syndrom, das durch chronischen Arbeitsstress entsteht, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Kennzeichnend sind Erschöpfung, zunehmende Distanz zur Arbeit und das Gefühl verringerter Leistungsfähigkeit. (3)

Die eigentliche Ursache liegt oft dort, wo kaum jemand hinschaut

Neue Erkenntnisse aus der Neuropsychologie und der Mental Space Psychology zeigen, dass Belastungen nicht primär durch äußere Ereignisse entstehen. Entscheidend ist auch, wie wir diese Ereignisse innerlich repräsentieren und welche Bedeutung wir ihnen zumessen. Sprich wieviel Platz wir ihnen in unserem mentalen Raum zugestehen.

Der niederländische Sozialpsychologe Dr. Lucas Derks konnte in seiner Forschung zeigen, dass Menschen andere Personen, Belastungen, Konflikte, Ziele und sogar Teile ihrer eigenen Persönlichkeit in einem inneren räumlichen Modell repräsentieren.

Dieses „mentale Panorama“ beeinflusst maßgeblich unsere Wahrnehmung, unsere Kommunikation und unsere Gefühle. (4)

Wer beispielsweise seinen kritischen Vorgesetzten in seinem mentalen Raum ständig unmittelbar vor sich „stehen“ hat, erlebt dessen Druck häufig auch dann noch, wenn dieser längst nicht mehr anwesend ist. Das Gehirn reagiert auf diese innere Repräsentation oftmals ähnlich wie auf eine reale Bedrohung. Genau hier setzt die Mental Space Psychology (MSP) an.

Warum das räumliche Prinzip für die Burnout-Prävention so wichtig ist

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Die moderne Hirnforschung zeigt, dass Orientierung, Beziehungen, Emotionen und Selbstwahrnehmung eng mit räumlichen Verarbeitungsprozessen des Gehirns verknüpft sind.

Raum ist das primäre Organisationsprinzip unseres Gehirns, fand der niederländische Sozialpsychologe Dr. Lucas Derks heraus. „Der Geist projiziert eine imaginäre innere Landkarte über die wahrgenommene äußere Welt“, so Dr. Lucas Derks.

Belastende Personen, unerledigte Aufgaben, Konflikte oder Selbstzweifel erhalten dabei häufig einen übergroßen Platz im zentralen Wahrnehmungsfeld. Positive Erfahrungen, eigene Kompetenzen oder unterstützende Beziehungen geraten dagegen buchstäblich aus dem Blickfeld.

Die Folge:

  • Stress wird permanent aktiviert.
  • Das Nervensystem findet kaum noch Erholung.
  • Die Gedanken kreisen.
  • Schlaf und Regeneration werden beeinträchtigt.
  • Die mentale Flexibilität nimmt ab.

Genau deshalb reicht es häufig nicht aus, lediglich das persönliche Zeitmanagement zu verbessern oder Entspannungstechniken zu erlernen. Solange die belastenden inneren Strukturen unverändert bleiben, kehren viele Menschen immer wieder in dieselben Stressmuster zurück.

Der Ansatz der Padberg-Beratung: Verstand, Emotion und mentalen Raum verbinden

Die im Jahr 2000 gegründete Padberg-Beratung in Bonn gehört im deutschsprachigen Raum zu den Pionieren bei der Verbindung von NLP, Mental Space Psychology und modernen hocheffektiven Coaching-Methoden.

Ihre Arbeit basiert auf den Forschungsarbeiten von Dr. Lucas Derks und der kontinuierlicheen Zusammenarbeit mit ihm. Seit den frühen 1990er Jahren untersucht er, wie Menschen soziale Beziehungen, Konflikte, Ziele und Identitätsanteile in ihrem inneren mentalen Raum organisieren. Aus dieser Forschung entstand zunächst das Modell des Sozialen Panoramas und später die umfassendere Mental Space Psychology (MSP). (5) (6)

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Frage, was Menschen denken, sondern vor allem:

  • Wie organisieren sie ihre innere Welt?
  • Wo befinden sich belastende Personen in ihrem mentalen Raum?
  • Wo liegen ihre Ressourcen, Werte und Ziele?
  • Welche inneren Strukturen erzeugen dauerhaft Stress?
  • Welche mentalräumlichen Veränderungen schaffen neue Wahlmöglichkeiten?

Ekkehart und Brigitte Padberg arbeiten seit vielen Jahren mit Führungskräften, Unternehmern, Teams und Privatpersonen daran, genau diese oftmals unbewussten inneren Muster sicht- und veränderbar zu machen. (7) 

Praxisbeispiel: Wenn der Chef nachts mit im Schlafzimmer sitzt

Claudia, eine 42-jährige Führungskraft aus einem internationalen Unternehmen, berichtet in einem Coaching der Padberg-Beratung, dass sie praktisch jede Nacht wach liegt. Obwohl sie körperlich zu Hause ist, beschäftigt sie sich gedanklich ununterbrochen mit dem aus ihrer Sicht sehr autoritärem Vorgesetzten.

Im Mental-Space-Coaching zeigt sich, dass sie ihren Chef unbewusst direkt vor sich repräsentiert – näher als ihren Partner oder ihre eigenen Ziele.

Durch die Veränderung dieser räumlichen Struktur, die Arbeit an ihren inneren Ressourcen und die Entwicklung neuer Kommunikationsstrategien reduziert sich die emotionale Belastung innerhalb weniger Wochen deutlich: Ihre Schlafqualität verbessert sich. Die Anspannung nahm ab. Vor allem gewinnt sie ein Gefühl zurück, das viele Burnout-Gefährdete verloren haben: Selbstwirksamkeit.

Die 12 Stufen des Burnouts: Vom Zwang sich zu beweisen bis zur völligen Erschöpfung

Die gute Nachricht lautet: Burnout entsteht nicht über Nacht. Betroffen sind meistens sehr leistungsorientierte Menschen, die etwas im Leben erreichen wollen, ein hohes Durchhaltevermögen und eine hohe Disziplin haben. Das ist grundsätzlich sehr positiv. Doch vor lauter Engagement für ihre Aufgabe verlieren sie oft sich selbst und ihr Umfeld aus den Augen. Kurzfristig mag die Vernachlässigung von Familie, Freunden, Sport und Hobbies okay sein. Doch wenn die Arbeit alles dominiert, kann das Verhalten rasch Richtung Burnout kippen. Körper, Geist und Seele brennen dann vor Erschöpfung nach und nach aus.

Wie die 12 Stufen zeigen, ist die Entwicklung eines Burnouts ein schleichender Prozess.

Wer frühzeitig die Signale erkennt, Zugang zu seinen Ressourcen behält und lernt, seinen mentalen Raum bewusst zu gestalten, kann dem Prozess wirksam entgegenwirken.

Die Coachings, Ausbildungen und Trainingsprogramme der Padberg-Beratung unterstützen Führungskräfte, Teams und Privatpersonen dabei, genau diese Fähigkeit zu entwickeln – damit Leistung, Gesundheit und Lebensqualität dauerhaft miteinander verbunden bleiben.

Abbildung: Die 12 Stufen des Burnouts. Sie basieren auf den Arbeiten von Herbert Freudenberger, deutsch-amerikanischer klinischer Psychologe und Psychoanalytiker, der 1974 den ersten wissenschaftlichen Artikel zum Thema Burnout-Syndrom veröffentlichte.

Fazit

Ob aus einer temporären mentalen Überlast und Erschöpfung ein Burnout entsteht, hat viel damit zu tun, wieviel mentalen Raum wir Themen oder Personen zugestehen, die wir als stressvoll erleben.

Die Padberg-Beratung arbeitet in der Burnout-Prävention mit neurobiologisch hoch effektiven Methoden, die auf der Forschungsarbeit zur Mental Space Psychology des niederländischen Sozialpsychologen Dr. Lucas Derks fußen. 

Die Erfahrung des Unternehmens zeigt, dass meist wenige Coaching-Sitzungen reichen, um die inneren Stressoren zu erkennen und neuen Raum zu schaffen, in dem die Klient:innen wieder ihre Selbstwirksamkeit erleben.

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Quellen und weiterführende Literatur

1) KKH-Studie von 13.12.2025 https://www.kkh.de/presse/pressemeldungen/audatenburnout

2) Statista GmbH Hamburg: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/239872/umfrage/arbeitsunfaehigkeitsfaelle-aufgrund-von-burn-out-erkrankungen/

3) World Health Organization (WHO), 2019: Burn-out an Occupational Phenomenon – ICD-11 https://www.who.int/standards/classifications/frequently-asked-questions/burn-out-an-occupational-phenomenon?utm_source=chatgpt.com

4) Lucas Derks zählt zu den einflussreichsten NLP-Autoren und -Trainern weltweit. Als führender Vertreter der zweiten NLP-Generation hat er zahlreiche Bücher und Artikel verfasst, die in mehr als acht Sprachen übersetzt wurden. Sein Modell des „Sozialen Panoramas“ und seine Beiträge zur „Mental Space Psychology“ gelten als Meilensteine in der Weiterentwicklung des NLP. Für sein Lebenswerk wurde ihm 2019 in London von der britischen ANLP der angesehene „Award for NLP in Research“ verliehen.

5) Derks, Lucas (2000): Das Spiel sozialer Beziehungen – NLP und die Struktur zwischenmenschlicher Erfahrung
Verlag: Klett-Cotta, Stuttgart
ISBN: 978-3-608-96408-0
(Frühere Ausgaben teilweise mit ISBN 978-3-608-94791-5 geführt.) Dieses Werk gilt bis heute als das deutschsprachige Standardwerk zum Sozialen Panorama.

6) Lucas Derks, Die Psychologie des mentalen Raumes, Mental Space Psychology, MSP, Raum ist das primäre Ordnungsprinzip unseres Gehirns. Psychotherapeutischer Nachweis für ein neues Paradigma, Deutsch Übersetzung, Ekkehart Padberg, 2000, 2. Auflage 2022. ISBN/EAN: 9798354463213

7) Padberg, Brigitte & Padberg, Ekkehart (2023): Mental Space Coaching – Mentale Veränderung braucht den Raum – Das Werk verbindet die Erkenntnisse der Mental Space Psychology mit NLP, Coaching und Organisationsentwicklung. Es zeigt anhand zahlreicher Praxisbeispiele, wie mentale Räume genutzt werden können, um Stressmuster aufzulösen, Burnout vorzubeugen, Konflikte zu bearbeiten, Ressourcen zu aktivieren und nachhaltige Veränderungsprozesse zu unterstützen (Übersetzungen in Englisch und Spanisch liegen vor).

Weiteführende Literatur:

Derks, Lucas (2021) (Hrsg. Society of Mental Space Psychology): Diagnose im mentalen Raum – Handbuch für das Verständnis psychologischer Prozesse. 

Deutsche Übersetzung und Herausgabe mit Unterstützung von Ekkehart Padberg. Das Werk beschreibt die Grundlagen diagnostischer Prozesse innerhalb der Mental Space Psychology. ISBN-13. 979-8718408157