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Die Macht unserer Glaubenssätze

Wie unbewusste Überzeugungen unser Leben steuern – und wie wir sie verändern können

Glaubenssätze kommen selten allein daher, sondern sind häufig miteinander verkettet. Einmal aufgeklärt, können sie kraftvoll transformiert werden.

Wir alle kennen das: Wir setzen uns ein Ziel, investieren Zeit und Energie – und scheitern doch. Nicht selten halten wir das für „normal“, weil wir uns schon oft genug bewiesen haben, dass ein bestimmtes Vorhaben für uns unerreichbar ist. 

Doch hinter solchen Wiederholungen stecken meist keine fehlende Motivation oder mangelnder Wille, sondern tief verankerte innere Überzeugungen – unsere Glaubenssätze. Sie beeinflussen unsere Intelligenz, unsere Kreativität, unsere Gesundheit, unser Glück – bishin zu unserem persönlichen Erfolg. 

Das Paradoxe: Sie wirken häufig unbewusst und sabotieren genau die Veränderung, die wir uns am meisten wünschen. Wir geben Ihnen ein Praxisbeispiel, wie sich diese kraftvoll verändern lassen.

Glaubenssätze – unsichtbare Programme

„Ein Glaubenssatz ist eine Verallgemeinerung über eine Beziehung zwischen Erfahrungen“,1)  erklärt Robert Dilts, einer der bekanntesten internationalen NLP-Trainer. Solche Verallgemeinerungen entstehen häufig früh im Leben, oft durch einzelne prägende Situationen. Sie müssen mit der Realität nichts zu tun haben – und wirken trotzdem.

Problematisch ist, dass Glaubenssätze kaum durch logische Argumente zu knacken sind. Wer einem Raucher sagt „Hör doch einfach auf“, wird ihn nicht überzeugen. Ähnlich verhält es sich in vielen anderen Bereichen – etwa beim Abnehmen, bei Prüfungsängsten oder bei Karriereentscheidungen.

Kennzeichnend für Glaubenssätze ist ferner, dass sie meist nicht alleine daher kommen, sondern in einem ganzen Cluster miteinander verbunden sind. Erst wenn dieses geklärt ist, können sie kraftvoll transformiert werden und der Weg für eine nachhaltige Veränderung öffnet sich. 

Wenn Essen Schutz bedeutet
Hinderliche Glaubenssätze wirken wie eine Self-Fulfilling-Prophecy und bestätigen uns in eingeschliffenen Mustern.

Anna: Wenn Essen Schutz bedeutet

So war es auch bei unserer Coachingklientin Anna (Name geändert): Sie ist 35, beruflich erfolgreich und kämpft seit Jahren mit ihrem Gewicht. Bei einer Größe von 1,65 Metern bringt sie über 100 Kilo auf die Waage.

Es werden Jahr für Jahr mehr Kilos, trotz aller Diäten, guten Vorsätze und wohlgemeinten Ratschläge ihrer Freundinnen und Bekannten.

„Eigentlich ernähre ich mich gesund, wenn da nicht die abendlichen Essattacken wären, bei denen ich mich gerne mit Schokolode nach einem anstrengenden Arbeitsalltag ‚belohne‘.“

Im Coaching sitzt Anna als inzwischen verzweifelte Frau, die sich ernsthaft um ihre Gesundheit sorgt: Rücken- und Gelenkschmerzen sowie erhöhter Blutdruck und erste Anzeichen von Diabetes sind ihre ständigen Begleiter, sie traut sich in kein Sportstudio, weil sie Angst vor kritischen Blicken hat. Ein Teufelskreislauf, aus dem sie keinen Ausweg findet.

Sie ist fest davon überzeugt, dass sie nicht abnehmen kann. Anna: „Ich habe doch alles versucht.“ Im Coaching wird sichtbar: Annas Essverhalten hat einen verborgenen Sinn. Es geht nicht primär um „Belohnung“. Der verdeckte Gewinn besteht darin, dass sie sich beim Essen fallenlassen darf – ein Gegenpol zum angespannten Alltag.

Noch tiefer liegt ein Schutzmechanismus: Als Jugendliche wurde sie von einem Jungen mit den Worten abgewiesen, sie sei „zu mollig“. Diese Kränkung hat sich eingebrannt. Es zeigt sich ein weiterer Glaubenssatz: „Ich bin für Männer nicht attraktiv.“

Seitdem hält ein unbewusster Persönlichkeitsanteil sie mit dem Essen in einer vermeintlichen Sicherheit: Wer unattraktiv wirkt, wird nicht verletzt. Schokolade wurde zum „Schutzpolster“ – gleichzeitig Trostpflaster aus der Kindheit, wenn die Mutter sie nach Verletzungen mit Süßigkeiten beruhigte. Hinter all ihren Glaubenssätzen steckt die tiefe Überzeugung: „Ich bin nicht liebenswert.“

Der innere Saboteur - und seine positive Absicht

Der innere „Saboteur“ – und seine positive Absicht

Wenn Verhaltensänderungen wie bei ihr nicht funktionieren, hat das häufig wenig mit fehlendem Willen oder fehlender Motivation zu tun. Verantwortlich sind hierfür meist unbewusste Persönlichkeitsanteile, die gerne an dem Problemzustand festhalten, weil hieraus ein verdeckter Gewinn für die Person resultiert. 

Robert Dilts spricht in diesem Zusammenhang vom „inneren Terroristen“: Einem inneren Anteil, der Veränderung sabotiert.2) Doch dieser Teil hat eine positive Absicht: Er will z.B. Schmerz, Ablehnung oder Kontrollverlust verhindern.

Genau darin liegt der Schlüssel zur Veränderung. Im Coaching geht es nicht darum, den inneren Saboteur zu „bekämpfen“, sondern seine positive Intention zu verstehen und neu zu nutzen. Wird auch der verdeckte Gewinn des bisherigen Verhaltens erkannt, lassen sich hinderliche Glaubenssätze transformieren.

Veränderung durch neue Erfahrungen

Das Ziel ist nicht allein eine Verhaltensänderung – also in Annas Fall weniger Schokolade oder mehr Sport. Entscheidend ist die Frage: Passt die gewünschte Veränderung zu mir? Nur wenn ein neues Verhalten „kongruent“, also für den Coachee als Person stimmig ist, kann er oder sie es dauerhaft integrieren.

Bei Anna hieß das: Kann sie sich vorstellen, Männer anzuziehen – ohne Angst vor erneuter Verletzung? Nachdem sie ihren Glaubenssatz transformiert hatte zu „Ich bin liebenswert so wie ich bin“, fühlte sie sich befreit und konnte ihr Selbstwertgefühl stärken. Danach fiel es ihr leicht abzunehmen und ihr Gewicht zu halten.

Heute hat sie über 25 Kilo verloren, lebt in einer festen Partnerschaft und sagt: „Ohne das Coaching wäre ich meinen Glaubenssätzen nie auf die Schliche gekommen. Seitdem ist mein Selbstbewusstsein stetig gewachsen und ich fühle mich heute mit mir und in meinem Körper wohl.“

Glaubenssätze im Alltag

Das Beispiel zeigt: Wir alle haben Glaubenssätze, die in viele Lebensbereiche hineinwirken können.

  • Im Beruf hindern sie uns daran, Chancen zu ergreifen („Das kann ich nicht“).
  • In Beziehungen lassen sie uns alte Muster wiederholen („Ich werde sowieso verletzt“).
  • In der Gesundheit verhindern sie Heilung („Ich werde nie wieder richtig fit“).

Oft steckt dahinter ein unbewusster Gewinn – Aufmerksamkeit, Schutz, Entlastung. Werden diese Muster gekonnt identifiziert, eröffnen sich neue Handlungsmöglichkeiten.

Fazit: Überzeugungen sind veränderbar

Glaubenssätze sind mächtig. Sie können uns blockieren – oder beflügeln. Sie sind oft unsichtbar, wirken aber wie Programme, die unser Leben steuern.

Das Gute: Sie lassen sich verändern z.B. durch ein Coaching.

Der Weg führt über Bewusstsein, Akzeptanz und das Aufdecken der positiven Absichten, die hinter den alten Mustern stehen.

Wer bereit ist, genauer hinzuschauen, kann einschränkende Glaubenssätze in stärkende verwandeln – und neue Wege für ein erfülltes Leben gehen.

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Fußnoten

  1. Dilts, Robert, Die Veränderung von Glaubenssystemen, Junfermann, 5. Auflage, 2010, S. 35
  2. Dilts, Robert, Hallbom, Tim, Smith, Suzi, Identität, Glaubenssätze und Gesundheit, Junfermann, 2015, S. 15.