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Ziele erfolgreich realisieren: Vom Wunsch zum Ziel in sechs Schritten

Wie müssen Ziel beschaffen sein, damit wir sie privat und im beruflichen Kontext sicher und erfolgreich realisieren können? Was haben unsere fünf Sinne mit einer erfolgreichen Ziele-Erreichung zu tun? Und wie unterscheiden sich positive von negativen Zielen? - Anhand einer sehr effizienten NLP-Methodik zeigen wir Ihnen, welche sechs Schritte notwendig sind, um Ihre Ziele zu realisieren.

Ziele brauchen, bevor wir sie in die Tat umsetzen können, eine innere Gestalt. Erst eine sinnliche konkrete Vorstellung des zu erreichenden Ziels macht eine präzise Planung möglich: Das heißt wir brauchen zunächst eine innere Vorstellung davon, wie unser zu erreichendes Ziel z.B. konkret aussehen soll, welche Geräusche es umgibt, wie es sich anfühlt und vielleicht sogar riecht oder schmeckt.

Wenn wir uns sinnlich konkret vorstellen, unser Ziel wäre bereits erreicht, können wir gleichzeitig den inneren Zustand erleben, der mit der Zielerreichung verbunden ist. Dieser Zielzustand macht es möglich, konkrete Schritte zu planen, Einwände zu berücksichtigen, Hindernisse zu umgehen oder zu beseitigen.

Ist das Ziel unter Berücksichtigung aller Hindernisse, Unwägbarkeiten und Einwände immer noch so attraktiv, dass wir es unbedingt erreichen wollen, wirkt es wie ein inneres Navigationssystem. Auch wenn es Hindernisse gibt, wird es uns immer wieder auf den Kurs zum Ziel bringen. Dabei wird das Umgehen und Beseitigen von Hindernissen zu einem großen Teil durch unser Unbewusstes geleistet. Viel früher als unser Wachbewusstsein erkennt es, welche Korrekturen erforderlich sind, um ein auftauchendes Hindernis zu umgehen. Um bei diesem technischen Bild zu bleiben: Unser Unbewusstes wirkt wie ein Radar. Es ist darauf geeicht, unsere gedanklichen Vorstellungen in der Außenwelt zu verwirklichen.

Dies gilt im Übrigen genauso für unsere "negativen Ziele", unsere Befürchtungen und unsere Vermeidungstaktiken. Häufig machen wir z. B. folgende Erfahrung: Je stärker wir versuchen etwas zu vermeiden, je mehr Energie wir der Vermeidung widmen, desto wahrscheinlicher wird es in der Realität dazu kommen. Wenn etwas vermieden werden soll, muss man es sich zuerst vorstellen - je stärker der Wunsch ist, etwas zu vermeiden, desto intensiver wird die Vorstellung davon. Das Unbewusste reagiert aber auf die Intensität der Vorstellung und nicht auf die Negation. So entsteht eine verstärkte Anziehungskraft auf das bewusst zu Vermeidende. Die (sprachlogisch) positive Formulierung und sinnlich-konkrete Genauigkeit in der Sprache sind deswegen von besonderer Wichtigkeit für die Zielerreichung.

Grundlage jeder gewünschten Veränderung ist eine klare und präzise Zielformulierung. Im NLP spricht man hier von sogenannten "wohlgeformten Zielen".1)2) Die exakte Zieldefinition ist ein kraftvolles Werkzeug und erfordert vom Coach präzises und aufmerksames Erfragen.

Ein wohlgeformtes Ziel ist wie ein fruchtbares Samenkorn, das in den Garten unseres Unbewussten gepflanzt wird: Jeder Mensch hat die Tendenz zur Selbstverwirklichung. Die Ideen, Träume, Wünsche und Visionen, die in uns schlummern, wollen sich entfalten und manifestieren. Je wohlgeformter diese Samenkörner beschaffen sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit ihrer Realisierung.

Folgende sechs Kriterien sind zu beachten, damit Ziele wirklich erreicht werden: 

1. Schritt: Eindeutig positiv und ohne Vergleich

Ein wohlgeformtes Ziel muss eindeutig positiv formuliert sein. Eindeutig positiv heißt, es dürfen keine versteckten Negationen enthalten sein.

Versteckte Negationen zeigen sich z. B. wie folgt:

"...wir müssen in unserer Firma endlich den Turnaround schaffen..."

Hier ist ein Ziel formuliert, das einen Weg von einem Zustand weg zeigt, ohne aufzuzeigen, woran erkennbar ist, dass dieser sogenannte Turnaround geschafft wurde und was dadurch möglich wird.

"...Die Qualität muss besser werden, wenn wir am Markt bestehen wollen."Dieses Ziel enthält einen sogenannten unvollständigen Vergleich, da nicht klar ist, wie der aktuelle Stand der Qualität ist und auch nicht erkennbar wird, woran die Zielerreichung gemessen wird.

"...In diesem Jahr müssen wir einen Umsatz von X Mio. Euro erreichen.“

Dieses Ziel hört sich zunächst wie eine eindeutige klare Messgröße an. Ohne weitere Ergänzungen ist jedoch auch dies ein "weg-von-Ziel". Interpretiert werden könnte dies z.B. so, dass das bisher Erreichte nicht genug ist. Außerdem ist nicht klar, was dadurch möglich würde, wenn dieses Ziel erreicht wird.

Diese Beispiele zeigen, dass drei Aspekte bei der Zielformulierung von zentraler Bedeutung sind:

■          Ziele müssen eindeutig positiv formuliert sein (ohne versteckte Negationen).

■          Die mit dem Ziel erreichte positive Absicht / Intention muss benannt sein.

■          Es dürfen keine unvollständigen Vergleiche vorhanden sein.

Ein eindeutig positives Ziel wäre z. B.:

"Am 31.12. des kommenden Jahres haben wir einen Reingewinn von X Mio. Euro erreicht, der es uns möglich macht, bei unseren künftigen Investitionsentscheidungen von den Banken unabhängig zu sein."

2. Schritt: Sinnesspezifisch konkret

Das zweite Kriterium eines wohlgeformten Ziels ist seine sinnesspezifische konkrete Beschreibung. Was gibt es zu sehen, zu hören, zu fühlen, wenn das Ziel erreicht ist? In manchen Fällen gibt es hier auch etwas zu riechen oder zu schmecken.

Ziele, die nicht diese sinnlich erfahrbare Qualität haben, bleiben in unserem inneren Erleben unscharf. Um ein Ziel als im besten Sinne erstrebenswert erkennen zu können, müssen wir eine präzise Vorstellung davon haben, was es genau zu sehen, zu hören und zu fühlen gibt, wenn das Ziel erreicht ist.

3. Schritt: Selbst erreichbar ≥ 51 %

Welche Ressourcen brauche ich, um das Ziel zu erreichen? Bereits bei der Definition des Ziels ist es wichtig, dies genau festzulegen. Damit wir das Ziel tatsächlich angehen, müssen wir in der Regel vor dem Start zu diesem Ziel mehr als 51 Prozent der Ressourcen unmittelbar nutzen können. Sind diese 51 Prozent nicht erreichbar, ist es wichtig zu überprüfen, ob das Ziel vielleicht anders gestaltet werden muss, oder ob wir vielleicht noch nicht alle Ressourcen entdeckt haben, die wir mobilisieren können.

Es gibt natürlich auch Menschen oder Unternehmen, die deutlich weniger oder auch deutlich mehr eigene Ressourcen benötigen, um ein Ziel in Angriff nehmen zu können. Wichtig ist hier genau hinzuschauen, welche Ressourcen vorhanden sind. Dabei geht es auch darum, verdeckte Ressourcen aus dem Umfeld, wie z. B. Mentoren, Sponsoren etc. einzubeziehen.

4. Schritt: Gut kontextualisieren

Ein Ziel wirklich zu erreichen, bedeutet zu wissen, was genau dazu gehört, um dieses Ziel vollständig erreicht zu haben. Die Kontextualisierung beschreibt dies präzise. Wann genau ist der Punkt erreicht, an dem wir selber und diejenigen, die mit uns arbeiten, sagen können, wir sind fertig, wir haben das Ziel erreicht?

Die Kriterien hierfür sind u.a. eine genaue Beschreibung der Merkmale wann, wo, was, wie, mit wem, wie viel, wie groß, wie lange etc..

5. Schritt: Feedback-Kriterien und Meilensteine

Durch die gute Kontextualisierung wird deutlich, woran wir selbst (Innen-Referenz) und andere (externe Referenz) erkennen können, dass das Ziel erreicht ist. Bei größeren Zielen macht es Sinn Etappen-Ziele festzulegen, sogenannte Meilensteine. Auch diese Feedback-Kriterien und Meilensteine müssen - damit sie wirksame Orientierungspunkte sind - den Anforderungen der guten Kontextualisierung entsprechen. Je größer ein Ziel ist, desto wichtiger ist eine präzise Beschreibung der Feedback-Kriterien und Meilensteine.

6. Schritt: Öko-Check

Der Öko-Check dient der Prüfung der Konsequenzen, die wir bereit sind in Kauf zu nehmen, damit dieses Ziel realisiert werden kann. Es gibt kein Ziel, das nicht auch Konsequenzen hat, die zu Veränderungen oder Einschränkungen in anderen Bereichen führen. Hierzu gehören auch Konsequenzen, die einen sehr persönlichen Charakter haben.

Häufig vergessene Konsequenzen sind z. B. die von der Entscheidung beeinflussten Beziehungen. Hierzu gehören berufliche wie private Beziehungen. Wichtig ist zu prüfen, wie sich diese dadurch verändern, dass das Ziel angestrebt und erreicht wird.

Fazit

Erst wenn alle sechs Kriterien sorgfältig angewandt werden und erfüllt sind, bestehen optimale Voraussetzungen, um das gesteckte Ziel sicher zu erreichen. Das zeigt die Erfahrung der Padberg-Beratung im Training und Coaching von Führungskräften sowie in der Beratung von Unternehmen.

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Quelle:

1) Vgl. O'Connor, Joseph und Seymour, John: Neurolinguistisches Programmiern: Gelungene Kommunikation und persönliche Entfaltung, 12. Auflage, VAK Verlags GmbH, Kirchzarten bei Freiburg 2002, S. 36.ff.

2) Ekkehart Padberg hat diese Methodik in seinem Buch auf den Businesskontext übertragen. Vgl. Padberg, Ekkehart: Management by Excellence, Unternehmensressourcen gezielt mobilisieren und nutzen, Gabler-Verlag, Wiesbaden 2010, S. 95 ff.

 

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