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Und jährlich grüßt das Murmeltier....

Wie Ihre Neujahrsvorsätze wahr werden
Es ist jedes Jahr dasselbe: Nie waren wir optimistischer als zum Jahresende. Denn während wir zu dieser Zeit noch ausschweifend unseren lieb gewonnenen Gewohnheiten nachgehen, soll punktgenau mit dem neuen Jahr alles anders werden. Zu den Klassikern gehören hierbei gute Vorsätze wie "ich höre im neuen Jahr auf zu rauchen", "ich will abnehmen", "keine Chips und keine Schokolade mehr essen", "nur noch alkoholfreies Bier trinken" und "weniger arbeiten". Doch so fest und ehrenwert unsere Entschlüsse zum Jahresende auch sein mögen, häufig haben wir sie Ende Januar schon ad acta gelegt oder auf unbestimmte Zeit verschoben.
Wie kann das sein, obwohl der Handlungsdruck in vielen Fällen doch offensichtlich ist? Die Waage zeigt im Januar mehr Pfunde als Ende November, die vier Stockwerke ins Büro schaffen wir konditionsmäßig nur noch mit dem Aufzug, und nach einem anstrengenden Arbeitstag ist die Zigarettenpackung oder das Glas Bier schon wieder leer.
Der Problemraum ist nicht der Lösungsraum
Der Teufel steckt hier in einem entscheidenden Detail: Bereits durch die Art unserer Zielformulierungen kann das Scheitern vorprogrammiert sein, da wir dazu neigen, gute Vorsätze häufig negativ und unspezifisch zu formulieren. So fokussiert der Vorsatz "Ich will nicht mehr rauchen", weiter auf den Problemzustand.
In der Konsequenz dreht sich alles nur noch um das, was wir eigentlich vermeiden wollen: Und je stärker unser Wunsch ist, etwas zu unterlassen, desto größer wird unsere innere Vorstellung hiervon. Kein Wunder also, wenn wir den ganzen Tag an nichts anderes denken können als eine Zigarette, einen Cheesburger oder ein kühles Bier. Denn unser Unbewusstes reagiert auf die Intensität und Attraktivität der Vorstellung. Wollen wir stattdessen ein anderes Verhalten erleben, gilt es die Hintergrundmotive, die uns zu diesem Verhalten geführt haben, zu erkennen und zu verstehen.
So sind Rauchen und Essen häufig mit dem Kontext Entspannung, Geselligkeit und Zugehörigkeit verbunden. Finden wir für diese positiven Absichten attraktivere Verhaltensweisen als die gewohnten, ist eine Veränderung möglich. Ein Beispiel hierfür wäre: "Ich möchte im Juli 2012 einen Halbmarathon laufen und bis über die Ziellinie kommen".
Das gesteckte Ziel muss sinnlich-konkret sein
Wer ein so "wohlgeformtes" Ziel vor Augen hat, verfügt bereits über eine klare innere Repräsentation, wie das gewünschte Ergebnis aussieht, wie es sich anfühlt, welche Geräusche damit verbunden sind, wie es riecht oder vielleicht sogar schmeckt. Diese innerliche Repräsentation hilft uns dabei, den angestrebten Zustand in seiner ganzen Schönheit vorwegzunehmen und bereits hier und jetzt in voller Blüte zu erleben.
Das heißt, es entsteht vor unserem inneren Auge eine ganz klare, Vorstellung davon, wo wir exakt hinwollen und wie wir das Ziel erleben möchten. Eben diese ist wichtig, um von dem innerlich bereits erlebten Zielpunkt aus sozusagen rückwärts die konkreten Teilziele, Etappen und Meilensteine zu planen. Und erst, wenn wir sicher sein können, das Ziel zu mehr als 50 Prozent aus eigener Kraft sowie mit den uns zur Verfügung stehenden Fähigkeiten und Ressourcen erreichen zu können, ist eine weitere Voraussetzung erfüllt.
Das Murmeltier lässt grüßen: Negative Konsequenzen bleiben keinem erspart
Aber noch liegt eine entscheidende Etappe vor uns. Jetzt heißt es Farbe bekennen: Ist Ihr Ziel für 2012 tatsächlich attraktiver, als das, was Sie hierfür eventuell aufgeben oder einschränken müssen? Sind Sie bereit, mindestens drei negative Konsequenzen in Kauf zu nehmen?
Sollten Sie jetzt auch mit "ja" antworten, besteht eine gute Chance, Ihren Wunsch tatsächlich zu verwirklichen. Dies setzt allerdings voraus, dass Sie in den nächsten 72 Stunden erste relevante Schritte für Ihre Zielerreichung in Angriff nehmen.
Fällt Ihre Antwort negativ aus, ist der vermeintliche Handlungsdruck vielleicht doch nicht groß genug, oder Sie haben noch nicht das richtige Ziel gefunden, das für Sie attraktiver als der derzeitige Zustand ist.
Für alle, die bereits auf dem richtigen Kurs sind, heißt es dranbleiben: Denken Sie daran, wie viel Kraft, Mühe und Ideen Bill Murray in dem Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier" auf sich genommen hat, um endlich nicht mehr an immer demselben, sondern am Folgetag neben seiner Geliebten aufzuwachen: Der Film lässt zwar nicht darauf schließen, dass hier Kenntnisse über die effektive Zieleplanung zum Zuge kommen, wie sie heute zum Standard-Repertoire des Neuro-Linguistischen-Programmierens (NLP) zählen. Aber er zeigt sehr deutlich, dass niemand ein Ziel ohne persönliche Konsequenzen erreichen kann.
Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Wären wir bereit, für das Ziel "Halbmarthon laufen" weniger oder gar nicht mehr zu rauchen? Ist es realistisch, hierfür zweimal in der Woche zu trainieren, statt nach Feierabend den alten Gewohnheiten nachzugehen? Fällt Ihre Antwort hier positiv aus, wirkt Ihr Ziel wie ein inneres Navigationssystem, das Sie selbst bei Hindernissen immer wieder auf den richtigen Kurs zurückbringt.
Von Bill Murray lernen
Zugegeben, Billy Murray hätte mit Kenntnis dieser Tips weniger Tage und unzählige Versuche gebraucht, um endlich am Folgetag aufzuwachen. Aber seine tragisch-komischen Erfahrungen sind ein gutes Beispiel dafür, dass ein großes Ziel oftmals einen grundsätzlichen Wandel der inneren Einstellung erfordert.
So ist "Täglich grüßt das Murmeltier" nicht nur ein unvergessliches Stück Filmgeschichte. Vielmehr ist es auch eine gute Methapher dafür, was wir trotz aller Mühe und Arbeit geschenkt bekommen, wenn wir unseren Zielen treu bleiben.
Also, lassen Sie sich auf dem Weg zu Ihrem persönlichen Ziel für 2012 durch nichts und niemanden entmutigen. Viel Erfolg!

